14 12 Fabulierkunst

Das heutige Märchen ist lang, so daß ich gar nicht weiß, wo ansetzen. Mhmm… Es ist ein irisches Märchen und es kommen allerlei wüste Gestalten drin vor. Und ein Held, wie er besser gar nicht sein könnte, der am Ende natürlich seine Prinzessin bekommt. Alles mit reicher Sprache fabuliert. Fabulieren – fantasievoll erzählen. Es endet nach 18 Seiten mit den Worten:

„Und wenn das Ganze Lügen sind, dann mag sie der Hund im Maule wegtragen.“

Das führt mich zum Nachdenken über das Lügen. In einem Märchen, wie hier ist das Lügen eigentlich kein Lügen, es ist Fabulierkunst. Lügen gibt es nur im „wirklichen Leben“ – Ich mag Lügen ganz und gar nicht und wenn mir mal eine „rausrutscht“, aus welchen Gründen auch immer, habe ich tage- und nächtelang ein schlechtes Gewissen. Wir leben in den Zeiten von Trump und fake news. Da wird Lügen fast schon normal. Ich finde das furchbar, furchtbar erschreckend. Und ich finde es gefährlich, sehr gefährlich. Ich weiß nicht, wie damit umgehen. Mhmm…. unfertige Gedanken heute im Adventskalender.

Fabulierkunst mag ich. Hier noch ein Beispiel aus dem heutigen Märchen: Der Ritter mit dem finsteren Lachen

„Was ist dir angenehmer“, fragte sie, „daß du mit mir auf blutgeröteten Steinen kämpfst, bis ich deine Knochen als Suppe aussaugen kann oder daß ich mit dreimal geschärften Messer deine Rippen in Stücke und dein Fleisch samt der Haut zu Strippen schneide, während dein Blut zu Boden strömt?“

Ich gebe es zu, ich habe die gruseligste Stelle ausgesucht. Die heutigen Bilder haben nichts mit dem Märchen zu tun, aber etwas mit dem 14. Dezember im Jahre 2010. Da hatte es nämlich dieses Wetter auf meinem Weg zur Arbeit.

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