Fastenzeit

Fasten-Zeit

Zeit zum Frei werden – Zeit mich selber zu sehen – Zeit um Gott neu zu begegnen

 „Zu einem einsamen Mönch kamen eines Tages Menschen. Sie fragten ihn: „Was für einen Sinn siehst du in deinem Leben der Stille?“ Der Mönch war eben beschäftigt mit dem Schöpfen von Wasser aus einer Zisterne. er sprach zu seinen Besuchern: „Schaut in die Zisterne! Was seht ihr?“ Die Leute blickten in die tiefe Zisterne. „Wir sehen nichts.“ Nach einer kurzen Zeit forderte der Einsiedler die Leute wieder auf: „Schaut in die Zisterne! Was seht ihr jetzt?“ Die Leute blickten wieder hinunter. „Ja, jetzt sehen wir uns selber!“ Der Mönch sprach: „Schaut, als ich vorhin Wasser schöpfte, war das Wasser unruhig. Jetzt ist das Wasser ruhig. Das ist die Erfahrung der Stille: Man sieht sich selber.“

Was sehe ich, wenn ich in meine eigene Zisterne – in mich selbst – hineinschaue? Sehe ich nichts? Sehe ich nur – die tägliche Routine – die Arbeit – die Aufgaben, die ich zu erledigen habe – die Dinge, die ich haben will. Sehe ich mich gefangen in einem Strudel aus Alltagsroutine, Stress, Sorgen und Problemen. Sehe ich nichts, weil zuviel da ist?

Fastenzeit ist
eine Zeit, in der ich mich neu auf die Suche nach mir selbst machen kann,
eine Zeit zum frei werden,
eine Zeit zum Loslassen,
eine Zeit zum Fasten.

Durch das Fasten weitet sich mein Blick und mein Gespür für das Wesentliche. Ich sehe und fühle wieder, was ich eigentlich will und wer ich wirklich bin.

Fasten heißt ich lasse Dinge los, die nicht wesentlich sind. Ich verzichte z.B. auf den Fernseher, Informationsüberflutung, auf alte Gewohnheiten oder auf quälende Gedanken. Fasten heißt ich besinne mich auf das Wesentliche. So kann ich z.B. die Stille in der Natur und im Gebet suchen. Ich kann mir wieder ganz bewusst Zeit nehmen, für Menschen die mir wichtig sind.

Dies ist ein Weg um meine äußeren und inneren Zwänge wahrzunehmen. Dadurch kann ich mich selber sehen. Ich begegne mir neu, im Alleinsein und im Miteinander, und so begegne ich auch Gott neu – tief in mir – auf den Grund meiner Zisterne.

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