inter-netes Selbstbewußtsein

Diese Worte schrieb ich im Oktober 2013 und ja, sie sind heute auch noch wichtig für mich. Also lege ich sie wieder auf 🙂 – leicht modifiziert.

Selbstbewusstsein im informationsüberfluteten Internet

eine standpunktliche persönliche Betrachtung

Dieser Tage geht mir immer wieder, diese Informationsflut im weltweiten Netz durch den Sinn. So viele Informationen. So viele Meinungen. Wahrheiten, Halbwahrheiten, Theorien, Erkenntnisse, wissenschaftliche Abhandlungen, Verschwörungstheorien und vieles mehr.

Mit jedem Wort, dem ich einen Artikel zuschreibe, ob Wahrheit oder Verschwörungstheorie (zum Beispiel) trete ich in Beziehung zum Text. Da passiert was mit mir.

Was passiert da mit mir? Warum halte ich die einen Worte für wahr und die anderen für falsch? Warum glaube ich manche, warum glaube ich manche nicht?

Das kann
an meinem Wissen liegen, an den Überprüfungen die ich vorgenommen habe,
das kann…..
sein, weil mir jemand wichtig ist, der sie auch für wahr oder falsch hält
sein, weil der Autor bestimmte Feindbilder in mir bedient
sein, weil ich mich dadurch irgendwie fühle, so wie ich mich gerne fühle
sein, weil ich das Ich bin gut, du bist böse Spiel gerne mag
sein, weil es Angst in mir auslöst und ich damit in einem mir vertrauten System bin
sein, weil ich einfach fachlich Profi auf dem Gebiet bin und meinen Erfahrungsschatz wiederspiegelt sehe oder nicht…..
sein, weil ich dadurch besser bin als der andere… der darüber anders denkt…
sein, weil ich in meiner Tiefe spüre das ist für mich Wahrheit
sein, weil ich mich dadurch von jemandem abgrenzen kann
sein, weil ich anders sein will, als andere….

…………und 1000000000049789x so weiter…..

Manchmal tut es gut, stehen zu bleiben, um selbst-bewußt in mich zu gehen und zu schauen, was mich bewegt das eine für wahr und das andere für falsch zu halten. Lass ich mich beeinflussen – ja sicherlich, lasse ich mich manipulieren?

Im Sinne von: laufe ich da blind irgend was, irgend wem hinterher oder schreite ich wach und aufmerksam voran und bilde mir meine Meinung. Meine Meinung ist (fast immer) nur ein Bild, ein Standpunkt. Es gibt viele Bilder und viele Standpunkte. Ein Standpunkt ist nur ein Punkt, ein kleiner Punkt im ganzen Universum…

Einiges von dem was  im weltweiten Netz so rumkreucht und fleucht sind in meinem Augen Verschwörungstheorien. Und für mich persönlich heißt das: Verschwörungstheorien mag ich nicht. Sie sind ab und an polemisch, polarisierend (im unguten Sinn), füttern das Täter – Opfer – Spiel und spielen geschickt mit der Angst. Wenn ich bestimmte Sprachmuster und ähnliches feststelle, werde ich widerständisch harharhar…

Bei manchem sperrt sich einfach mein „gesunder“  Menschenverstand…. Meine Meinung, meine Wahrnehmung…
Was empfinde ich gegenüber Menschen, die eine andere Meinung haben, als meine?
Halte ich sie für dumm und mich für schlau?
Halte ich sie für Opfer und mich für Täter, oder halte ich sie für Täter und mich für das Opfer.
Oder will ich da dann Lehrer sein, oder Verfolger, oder Retter, oder .. dingsbumsichweißnichtwas noch alles….

Diese Gedanken hab ich jetzt beim Kastanienlaub-Schubkarren in meinem Köpfchen hin und her gewälzt.. und nach der  ca. 10. Schubkarre die ich durch die dunkler werdende Dunkelheit schob, wurde es in mir heller: Es ist nicht meine Aufgabe, eine Theorie für wahr oder falsch zu halten. Mein Wissen ist weniger, als ein Regentropfenin meinem Garten. Und doch brauche ich Standpunkte, die geben mir Sicherheit. Und doch braut es eine klare Haltung und Grenzlinien, die mir Anstand, Moral und Gewissen und Nächstenliebe geben. Auch Toleranz braucht ihre Grenzen. Sicherlich.

Und dann werde ich still, spüre den Wind auf meiner Haut. Schmecke die kühler werdende Luft, höre die Elster krähen … und ich werde still, lausche, öffne mich und grenze mich ab. Ich hör auf zu denken….

Anhalten und dann weitergehen. Es sei dahingestellt, ob ich dann in die gleiche Richtung weitergehe, oder in eine andere. Hach und es ist völlig in Ordnung zum einen oder anderen Thema KEINE Meinung zu haben.

Servus Beate

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