21. Dezember

Wintersonnenwende

Ich hatte mir vorgenomme heute was zur Wendezeit zu schreiben, aber dann ist mir eins meiner Lieblingsbücher in die Hände gefallen. Es heißt „Die Schöpfungsmythen der Menschheit“ Zusammengetragen von Dietrich Steinwese und Dietmar Först, aus dem Patmos Verlag. Und Schöpfung passt doch perfekt zur Wintersonnenwende, der die Schöpfungskraft innewohnt. Ich hab das Buch wahllos aufgeschlagen und bin beim Coyoten gelandet. (Im Buch Seite 132/133)

Das Lied der Holunderflöte – Coyotes Beitrag zur Schöpfung

Er saß so da auf einem stein
am rande der welt,
alles war ruhig und das, was da war,
war wunderschön.
Es lag eine harmonie und ganzheit im träumen,
und frieden war ein wärmender lufthauch von der sonne her.

Das meer hob und senkte sich
im rhythmus seines geistes,
und sterne blickten als gedankenpunkte
die zum sinn führten.
Das universum drehte sich in der gewaltigen weite
des raumes wie ein traum,
ein traum der einst gegeben,
nur als erinnerung
für immer weiter trug.

Er hob die flöte an die lippen,
süß vom frühling,
und behutsam spielte er einen ton,
der viele jahreszeiten lang
über dem, was da war, schwebte.
Und alles war zufrieden
im wissen um musik.

Dieser einzelne ton
wehte hinfort
im geist der schöpfung
und wurde zum winzigen rund.
Und dieses rund rührte sich,
öffnete neu geborene augen
und sah staunendes blickes
auf seine eigene geburt.

Dann folgte ton auf ton
in einer melodie, die
das gefüge ersten lebens wob.
Die sonne gab den wartenden sämlingen wärme,
und so entstand unglaubliche vielfalt
aus dem lied einer flöte.

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